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Mobbing
Mobbingsituationen an Schulen basieren auf dem Sandwich-Prinzip und benötigen immer drei Komponenten um dauerhaft funktionieren zu können:
Die aktiven Mobber
Die Gemobbten
Tatenlose Zuschauer
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Auswege und Lösungen müssen stets sofort erarbeitet und anschließend konsequent und langfristig durchgesetzt und begleitet werden. Halbherzige Schlichtungsversuche schaden den Opfern oft zusätzlich.
Besonders beliebt und häufig, jedoch im Ansatz ebenso fatal falsch ist die Methode, die Opfer umzuschulen. Man entfernt das schwächste Glied aus der Kette, was dem Opfer die eigene, sowie die Ohnmacht seines gesamten Umfelds verdeutlicht. Gleichzeitig bestärkt man hierdurch Täter und Mittäter, die sich am alten Tatort neuen Opfern zuwenden können. |
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„Wo es eine gewaltfreie Schulkultur gibt, findet Mobbing nicht statt.“
Hannah Wennekers, Schulmediatorin in Berlin |


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Mobbing an Schulen wird auch heute noch viel zu oft als Bagatelle, oder üblicher „Konkurrenzkampf“ unter Schülern abgetan. Das ist es nicht. Mobbing ist eine perfide und subtile Form der Gewalt mit eindeutig formulierten Zielen.
Kindliche Mobber erhoffen sich durch gezielte und geplante Attacken auf ihre Opfer eine Aufwertung des eigenen Ansehens und ihrer Stellung in der Gruppe. Minderwertigkeitsgefühle, mangelnde Achtung und Aufmerksamkeit, aber auch Neid und eigene psychische Verletzungen kommen häufig als Auslöser in Frage.
Mobbende Lehrer und Lehrerinnen wählen häufig Kinder als Opfer, die durch ein anderes Lerntempo, Äußerlichkeiten oder kritische Einstellungen auffallen. Manchmal werden auch Konflikte mit dem Elternhaus auf die Kinder übertragen. Schüler, die von Lehrern gemobbt werden, finden besonders schwer Unterstützung, denn oft wird die Klassengemeinschaft von der Lehrkraft einbezogen und das Opfer dadurch in eine fast „vogelfreie“ Position gedrängt.
Die Opfer können sich in den seltensten Fällen aus eigener Kraft aus der Mobbing-Situation befreien. Tragischerweise suchen und finden viele Opfer die auslösenden Faktoren bei sich. ADS/ADHS, (unerkannte) Hochbegabungen, sozialer Status und Nationalität der Familie können ebenso zum Auslöser werden wie ungewöhnlich ruhiges Verhalten oder große Schüchternheit und Ängstlichkeit.
Die Mittäter können Schüler, Lehrer aber auch die eigenen Eltern sein. Wer eine Mobbing-Situation fördert, bagatellisiert oder erkennt und durch Wegschauen duldet, unterstützt automatisch die Täter.
Die Symptome von erfolgreichem Schul-Mobbing werden meist recht schnell sichtbar und spürbar. Die Opfer entziehen sich der Situation durch Schulschwänzen oder psychosomatische Erkrankungen. Lebensfreude und Leistungsbereitschaft und –fähigkeit nehmen rapide ab. Das Klassenklima/Schulklima und die Lernsituation verschlechtert sich.
Die Folgen werden leider immer noch unterschätzt. Die Reaktionen der Opfer reichen von Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen bis hin zur Autoaggression, Suizid, oder Gewalt bis hin zu Amok-Läufen. Mobbing lähmt und zerstört. Es richtet nicht nur jedes Jahr einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden an - es tötet Menschen. |
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Wo immer Mobbing auch passiert, in der Familie, in der Schule oder am Arbeitsplatz, es lähmt die Betroffenen."
Ministerpräsident Matthias Platzeck, SPD |
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Zusammenfassend kann man sagen, dass Wegschauen und Nichtstun Mobbing ermöglichen und fördern, und somit grundsätzlich der falsche Weg sind.
Differenzieren ist angesagt, denn „Mobbing“ ist zu einem Modewort geworden und wird gern als Schutzschild eingesetzt, wenn es gilt, unangenehme Wahrheiten nicht gesagt zu bekommen. In solchen Situationen ist es schwer Opfer und Täter eindeutig zu identifizieren, denn nicht jeder, der schwach erscheint ist automatisch das Opfer.
Mobbingopfer MÜSSEN sich Unterstützung suchen. Falls Eltern, Mitschüler und Lehrer nicht helfen wollen oder können, gibt es die Möglichkeit, sich an Ärzte, Vereine, Initiativen und Beratungsstellen zu wenden.
Zur Unterstützung der Berater sollte ein Mobbingtagebuch geführt werden, denn für sich genommen ergeben einzelne Mobbing-Aktionen oft ein völlig falsches Bild. Erst wenn man die Mosaiksteine des Tagebuchs zusammenfügt, wird das ganze Ausmaß der Übergriffe sichtbar. Datum, Uhrzeit, Ort, Vorfall - all dies kann irgendwann aus dem Gedächtnis nicht mehr abrufen und konkret benannt werden.
Prävention kann im Idealfall Mobbing verhindern. Lehrer müssen bereits während des Studiums dementsprechend ausgebildet und gestärkt werden. Eltern und Kindern sollten sofort nach der Einschulung in Präventionsprogramme eingebunden werden. Das Klassen– und Schulklima muss bei Visitationen ein wichtiger Bestandteil sein, daher muss allen Eltern und Kindern ein anonymer Fragebogen (Internet) hierzu vorgelegt werden.
Aufarbeitung und Wiedergutmachung der Situation ist die Grundvoraussetzung für einen lehrreichen Abschluss und der beste Garant für künftigen Frieden zwischen den Parteien.
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